Big Plays bringen den Sieg

Das ist Basketball: Zwei Mannschaften liefern sich vor einer atemberaubenden Kulisse ein
spannendes Spiel auf Augenhöhe, kämpfen in der Overtime um jeden Punkt und lassen die Fans bis
zur allerletzten Sekunde zittern. Genau das erlebten die Fans am Samstag in der Main-Kinzig-Halle
beim Spiel HEBEISEN WHITE WINGS Hanau gegen Phoenix Hagen. Dank eines eiskalt
verwandelten Last-Minute-Treffers durch Luquon Choice gingen die Hanauer am Ende mit 102:99
als verdiente Sieger vom Feld.
Dass die White Wings an diesem Abend in überragender Form waren, zeigte sich bereits in der
ersten Hälfte. Spätestens ab Minute 5 drehten die Jungs auf. „In der ersten Hälfte haben wir die
besten 15 Minuten dieser Saison gespielt“ attestierte Sportdirektor Helmut Wolf. Trotz einer top
agierenden Hagener Mannschaft mit guter Wurfquote schafften es die Hanauer, sich über weite
Strecken abzusetzen – und anschließend auch trotz der geglückten Aufholjagd der Gäste nicht
einzubrechen. Immerhin stand es zwischenzeitlich 31:20, in die Halbzeitpause ging es aber mit
46:45.
Auch die zweite Hälfte geizte nicht mit spannenden Basketball-Momenten. Erneut waren es
zunächst die Hanauer, die sich mit zwischenzeitlich zehn Punkten auf ein 64:54 absetzen konnten.
Einer der tragenden Spieler war dabei Till-Joscha Jönke. „Er hat ein absolut herausragendes Spiel
abgeliefert und ist mit gerade mal einem Assist an einem Triple-Double vorbeigeschrammt. Und
was für ein monsterhaftes mit 32 Punkten“, so Wolf. Und auch der am Ende ausgefoulte Chris
Brady steuerte mit 14 Punkten und zwölf Rebounds ein Double-Double bei.
Die Leistung auf einzelne Akteure zu reduzieren wäre dabei jedoch ungerecht. „Was für uns
besonders entscheidend war, ist die Tatsache, dass alle unsere Spieler im Laufe der Partie ein Big
Play abgeliefert haben“, sagte Coach Simon Cote nach dem Spiel. Egal ob Josef Eichler, der
wichtige Rebounds herausholte, der wiedergesundete Kapitän Chris Fintel mit wichtigen Drei-
Punkte-Würfen oder die sieben Assists von Chase Adams – die gesamte Mannschaft hatte sich für
den Sieg den Allerwertesten aufgerissen.
Doch auch auf der anderen Seite lief es gut. „Hagen hat nicht schlecht gespielt. Herrera hat ein
Topspiel abgeliefert, genauso Dominik Spohr und Jonas Grof“, so Wolf. Letzterer war es, der für
den ersten Last-Minute-Treffer des Abends sorgte. Acht Sekunden vor Schluss des vierten Viertels
versenkte er einen wichtigen Korbleger zum 80:80 – zum großen Jubel der vielen mitgereisten Fans
aus Hagen. „Sie haben die Halle zu einem Tollhaus gemacht und die Stimmung auch auf unserer
Seite angehoben“, lobte Wolf.
Also ging es in die Overtime. Die erste blieb mit 9:9 ausgeglichen. Beide Teams schenkten sich
nichts. Und auch Overtime zwei wurde ein regelrechter Schlagabtausch. Auf beiden Seiten fielen
immer wieder wichtige Treffer. Und dann fehlten den Hanauern mit Josef Eichler und Chase Adams
aufgrund von jeweils fünf Fouls auch noch zwei wichtige Große unter dem Korb. Aber: „Wir haben
uns nicht abschütteln lassen, sondern sind in den entscheidenden Momenten cool geblieben“, so
Wolf.
Als David Godbold 20 Sekunden vor Schluss zum 99:99 ausglich, sah es schon nach einer dritten
Verlängerung aus. Da nahm sich Luquon Choice ein Herz: „Dass Choice da acht Sekunden vor
Schluss einfach mal abdrückt gegen den Mann und das Ding macht, ist schon stark. Da hat er Eier
bewiesen“, zeigte sich Wolf beeindruckt. Und doch sorgte Hagen noch für einen letzten Herzschlag-
Moment: Mit dem Buzzer feuerte Derreck Brooks einen Wurf von der Dreierlinie ab – keine
unüberwindbare Distanz, doch er verfehlte. Und dann gab es für die Hanauer Fans kein Halten
mehr. Unter großem Jubel feierten sie die Mannschaft und ihren verdienten Sieg.
Am Ende waren es vor allem die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten: „Hagen wirft 13
von 26 Freiwürfen, durchaus eine enttäuschende Quote. Dann werfen sie zwei Minuten vor Ende
der ersten Verlängerung bei drei Punkten Führung zwei Freiwürfe vorbei. Dann kommt ein
unsportliches Foul. Es sind so viele kleine Momente, bei denen es mitunter nur um Zehntel- oder
Hundertstelsekunden geht, die ein Spiel entscheiden können“, sagte der Sportdirektor. So ist eben
Basketball.
Tabellenplatz zehn ist den White Wings an diesem Spieltag nicht mehr zu nehmen und mit zehn
Punkten Vorsprung auf TEAM EHINGEN URSPRING sieht es um das Saisonziel aktuell nicht
schlecht aus. Aber: „Es kommen noch einige schwierige Partien auf uns zu. Da müssen wir das
Selbstvertrauen aus dem heutigen Spiel mitnehmen“, so Cote.
Wer die Partie, Highlights aus dem Spiel oder die Pressekonferenz ansehen möchte, kann dies im
White-Whings-Channel auf
https://airtango.live
tun.
Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:
Chase Adams (12 Punkte/1 Rebounds/7 Assists)
Adom Jacko (4/1/0)
Paul Albrecht (9/0/1)
Josef Eichler (8/7/4)
Till-Joscha Jönke (32/10/9)
Jonas Herold (0/0/0)
Luquon Choice (10/2/1)
Lavon Long (2/2/1)
Christian von Fintel (11/5/5)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Chris Brady (14/21/0)