Vorfreude auf Playoffs steigt

 

Schon bald beginnt für Basketballfans in ganz Deutschland die schönste Zeit des Jahres. Die Playoffs stehen vor der Tür. Erstmalig sind nun auch die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau in der Endrunde der ProA dabei. „Wir freuen uns, dass wir den Einzug geschafft haben und jetzt schauen wir, was wir noch erreichen können“, sagt Sportdirektor Helmut Wolf vor der ersten Begegnung mit den Crailsheim Merlins am 8. April.

Eines ist Fans und Mannschaft bereits im Vorfeld klar: Playoffs haben ihre eigenen Gesetze. „Es geht bei 0:0 los und es sind minimum drei Spiele gegen denselben Gegner. Das heißt, man hat wenig Zeit, sich nach dem Spiel mit Sieg oder Niederlage zu beschäftigen, sondern man muss das schnell abschütteln und ins nächste Spiel gehen. Die Playoffs sind fast wie eine neue Saison“, so Wolf.

Klar ist zudem auch die Rollenverteilung in der ersten Runde. Die Merlins sind der Favorit und gelten mit Vechta als sicherer Aufsteiger. Für Hanau hingegen ist der Einzug in die Endrunde vor allem eine Belohnung für die starke Saison. Dadurch ergibt sich aber auch ein klarer Druck in eine Richtung: „Als Underdog können wir befreit aufspielen, Crailsheim hingegen muss gewinnen.“

Dass Crailsheim eine starke Mannschaft ist, hat die bisherige Saison klar gezeigt. Da haben sie kein Heimspiel verloren und auch auswärts nur drei Spiele abgegeben. Die bereits vielfach gelobten Spieler Frank Turner und Sherman Gay zeigten konstant eine bärenstarke Leistung und sind auch weiterhin die effizientesten Spieler der Liga. In der vergangenen Partie im März hatte Gay das mit Bravour unter Beweis gestellt und bei einer Trefferquote von 89 Prozent satte 19 Punkte rausgeholt. Gleichzeitig hatte die Crailsheimer Defense die White Wings vor große Schwierigkeiten gestellt – ohne dabei auch nur einen Spieler in Foultrouble zu bringen.

Die Vorzeichen wirken beinahe wie eine Begegnung von David gegen Goliath. „Eigentlich haben wir keine Chance und trotzdem wollen wir natürlich spielen und den Favoriten vielleicht auch ärgern“, sagt der Sportdirektor. Dazu bedarf es einer besonderen Vorbereitung. „In den Playoffs schaut man sich den Gegner besonders intensiv an und überlegt, ob man taktisch etwas verändern kann. Das habe ich mit den Coaches schon besprochen, da gibt es bereits einen Plan.“

Gerade nach der Niederlage in Crailsheim haben die White Wings noch eine Rechnung offen. „Wir wollen uns nicht verstecken, haben nach der letzten Niederlage in Crailsheim, die vielleicht ein wenig zu hoch ausgefallen ist, auch noch etwas gut zu machen. Wir werden sehen, was passiert.“

Im Vordergrund steht auf jeden Fall die Freude über das Erreichen der Endrunde. „Wir werden die Playoffs genießen und unsere Lehren daraus ziehen, es ist ja unser erster Einzug in die Endrunde. Wir wollen einfach uns und den Fans ein paar gute Spiele liefern.“ Die Euphorie könnte dabei vielleicht sogar einen kleinen Push für die Mannschaft bedeuten. Während die Playoffs für Crailsheim nie gefährdet waren, haben sich die White Wings das nach hinten verschobene Saisonende bis zum Schluss Spiel für Spiel hart erkämpft. „Die mentale Verfassung kann auf jeden Fall auch noch eine wichtige Rolle spielen. Man darf ja auch nicht vergessen – im vergangenen Jahr sind die Merlins auch als Zweiter in die Playoffs gestartet und haben in der ersten Runde überraschend verloren. Würden wir überraschend das erste Spiel in Crailsheim gewinnen, dann will ich nicht in der Haut der Mannschaft stecken. Gut möglich, dass dann im Kopf schon die Sorge aufkommt ‚Jetzt geht es wieder los wie im letzten Jahr.'“

Noch offen ist derzeit, ob Josef Eichler wieder zur Mannschaft zurückkommen wird. Nach der Partie gegen Crailsheim hatte er im Spiel gegen Ehingen gefehlt. „Wir müssen noch mit den Ärzten sprechen. Was wir auf keinen Fall wollen, ist Langzeitschäden riskieren.“

Das Spiel in Crailsheim beginnt um 18 Uhr. Fans, die das Spiel nicht vor Ort verfolgen können, haben die Möglichkeit, es im Livestream-Channel der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live anzusehen.

 

(Foto: Steffen Förster/Förstergrafie )