Zu viele Fehler kosten den Sieg

Die Vorzeichen standen günstig: Nach zwei schweren Gegnern wartete auf die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau am dritten Spieltag eine vermeintlich leichtere Aufgabe. Die Uni Baskets Paderborn sind personell dünn besetzt und starteten ebenfalls mit zwei Niederlagen in Folge ins Spiel. Allerdings kamen die Hanauer an diesem Tag deutlicher unter die Räder, als es in den Vorwochen der Fall war. Mit dem Endstand von 85:74 stehen sie nun weiterhin ohne Sieg da.

Dabei schien das Spiel zunächst noch gut zu beginnen. Josef Eichler und der spätere Topscorer Luquon Choice sorgten für erste Punkte, zwischenzeitlich führte das Team von Headcoach Simon Cote sogar mit fünf Punkten Vorsprung. „Der Start war noch ein bisschen ansehnlich, das war aber auch Paderborn geschuldet“, sagt White-Wings-Sportdirektor Helmut Wolf nach dem Spiel. Auf Seite des Gastgebers war noch ein wenig Sand im Getriebe.

Bereits gegen Ende des ersten Viertels hatte die Mannschaft jedoch ein wenig ihren Rhythmus gefunden. Der Alley-Oop-Dunking durch Martin Seiferth zum 11:12 sollte symptomatisch für den weiteren Spielverlauf sein: „Wir haben es Paderborn viel zu einfach gemacht. Oft sind sie mit einem Pass frei unter den Korb gekommen – daraus resultiert die hohe Zweierquote“, so Wolf. Knapp die Hälfte ihrer Punkte holten die Gastgeber aus kurzer Distanz – bei einer Trefferquote von 63 Prozent.

Während die Hanauer Gäste den ersten Rückstand aufholen konnten, entwickelte sich in Viertel 2 zunächst ein Kopf an Kopf rennen. Nach einem Dreier von Lu Choice führte die Mannschaft sogar kurzzeitig mit 24:26 – gab dann aber wieder das Heft aus der Hand. Mit 44:35 gingen die Teams in die Halbzeitpause. „Als wir wieder in Rückstand geraten sind, hatte ich schon kein gutes Gefühl“, sagt der Sportdirektor.

Und er sollte Recht behalten: Viele Abstimmungsfehler in der Defensive und eine deutlich zu hohe Zahl an Turnovern – am Ende waren es 17 – ließen Paderborn in Viertel drei davonziehen. Ein Beispiel war die dritte Spielminute. Nachdem Ivan Buntic – der ebenso wie Matthew Klinewski am Ende 20 Punkte für Paderborn holte – relativ einfaches Spiel per Korbleger hat, verliert Till-Joscha Jönke den Ball nicht einmal 30 Sekunden später direkt wieder an Buntic. Paderborn bedankt sich und Joseph Benzinger schließt zum 50:41 ab. „17 Turnover sind zu viel. Teilweise wurde da fast ohne Gegenwehr einfach der Ball weggeschmissen.“

Als beim Zwischenstand von 64:53 das letzte Viertel begann, bäumten sich die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau noch einmal auf. Wie bereits in den Wochen zuvor starteten sie ein Comeback, kämpften sich in der fünften Minute per Alley-Oop-Dunk sogar auf 69:65 heran. Anschließend war aber hauptsächlich wieder Paderborn am Drücker. Klinewski erzielte sechs wichtige Punkte, für Hanau hingegen wollte es offensiv nicht mehr so recht klappen. Die drei verlorenen Viertel waren nicht mehr zu kompensieren und am Ende ging Paderborn mit 85:74 als Sieger vom Feld.

Für Wolf liegt das Problem des Spieltags vor allem in der Defense. „Wir müssen anfangen zu verteidigen. In dieser Liga ist eine stabile Defensive das A und O – heute hat man einfach zu viele Abstimmungsfehler gesehen“, sagt er. Das Talent der Mannschaft sei groß, derzeit fehle jedoch noch die Konsistenz in der Leistung.

Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live angesehen werden.

Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (2 Punkte/0 Rebounds/2 Assists)
Josef Eichler (11/4/0)
Till-Joscha Jönke (8/4/7)
Griffin Bauer (0/0/0)
Dorian Pinson (14/6/1)
Jeramie Woods (3/5/2)
Tom Zott (0/0/0)
Luquon Choice (17/4/4)
Alexander Angerer (8/7/1)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (11/5/1)