Starke Vorstellung gegen den Spitzenreiter

Mit einer sehr guten Leistung haben sich die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau einen harten Kampf mit den NINERS Chemnitz geliefert. Über den gesamten Spielverlauf blieb es spannend und erst kurz vor Schluss konnte der Tabellenführer dann alles klar machen. Mit gerade einmal fünf Punkten Vorsprung gewann Chemnitz das Spiel mit 68:73.

Von Anfang an hatte das Team von Headcoach Simon Cote den Kampf angenommen. Zwar gingen die Niners zunächst in Führung, die White Wings blieben ihnen jedoch stets dicht auf den Versen. Ein wichtiger Wendepunkt war Luquon Choice Korbleger zum Ausgleich in der sechsten Minute des ersten Viertels. Die White Wings sahen: Da geht was gegen den Spitzenreiter. Kalidou Diouf verwandelte gleich zwei Würfe hintereinander und Alexander Angerer gelang kurz vor Schluss noch ein And-One. So endete das erste Viertel mit 17:14.

Das zweite Viertel ging dann an die NINERS Chemnitz. Großen Anteil daran hatte der spätere Topscorer Malte Ziegenhagen, der in diesem Spielabschnitt sowohl aus kürzeren, als auch aus weiteren Distanzen ein gutes Händchen bewies. Allerdings lief es auf beiden Seiten zunächst nicht allzu rund. Etliche Fouls und diverse Fehlwürfe ließen das Spiel weiter offen bleiben. Erst nach dem Chemnitzer Timeout in der sechsten Spielminute dann der Aufwärtstrend: Ziegenhagen verwandelte zwei wichtige Dreier am Stück, das Spiel war somit wieder ausgeglichen. Doch die Hausherren fanden stets eine Antwort und ließen Chemnitz zunächst nicht allzu weit davonziehen. Mit 30:34 ging es in die Halbzeitpause.

Besonders wichtig für die Psyche der Hanauer Spieler dürfte das dritte Viertel sein. Da nämlich lief der Motor bei Chemnitz heiß: Beinahe jeder Wurf fand sein Ziel. Zunächst mit neun, später sogar mit 13 Punkten lagen die Gäste plötzlich vorne. Das hätte ein Wendepunkt im Spiel sein können. Allerdings gaben sich die White Wings nicht auf, zeigten weiterhin ein starkes Defensivspiel und kämpften sich zurück. Während sie Chemnitz offensiv nicht zum Zug kommen ließen, holten Kalidou Diouf, Jordon Talley und Jeramie Woods wichtige Punkte. So verkürzte das Team in gerade einmal zwei Minuten und 15 Sekunden auf 45:47. Mehr noch: Die Spieler ließen nicht nach, behielten diese gute Leistung bei und konnten am Ende des dritten Viertels sogar mit einem hauchdünnen Vorsprung von 53:52 in die letzte Pause gehen.

Das letzte Viertel war geprägt von einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Mal trafen die Niners, mal trafen die White Wings. Zum Verhängnis wurde den White Wings ab der sechsten Minute die etwas schwache Offensivrebound-Quote. „Wir haben zwar defensiv fast über das gesamte Spiel sehr gut gespielt, allerdings haben wir durch die wenigen Offensivrebounds zugelassen, dass Chemnitz trotzdem punkten konnte“, so White-Wings-Headcoach Simon Cote. Vor allem im letzten Viertel wurde den Hausherren das zum Verhängnis. Zuerst verwandelte Ziegenhagen einen Dreier, dann traf Joshua Fortune für Zwei. Auf Seiten der White Wings wollte in dieser entscheidenden Phase jedoch leider kein regulärer Wurf mehr durch die Reuse gehen – lediglich über Freiwürfe konnten sie noch Punkte auf das Scoreboard bringen. Umso schmerzhafter fiel dabei der vorentscheidende And-One-Korbleger von Virgil Matthews aus. In der Folge konnte nämlich keines der beiden Teams noch allzu viele offensive Akzente setzen. Nach einem harten Kampf und zwei sehr starken Vierteln inklusive gutem Comeback verloren die White Wings am Ende denkbar knapp mit 68:73.

„Positiv ist aus meiner Sicht vor allem das Defensivspiel. Wir haben Pick-and-Roll-Spielzüge deutlich besser im Griff und haben so weniger leichte Würfe zugelassen“, analysiert Cote nach dem Spiel. Offensiv holte das Team unterm Strich jedoch zu selten eine zweite Chance heraus. „Auch hätte der Ball noch etwas besser laufen müssen. Wir haben uns zwar einige offene Würfe herausgeholt, es hätten aber noch mehr sein können.“ Wenn dann noch ein paar Fehlwürfe hinzukommen, wird es schwierig, den Tabellenführer zu schlagen.

Dennoch: Unterm Strich bleibt vor allem das Positive hängen. Trotz der harten Aufgabe haben die White Wings sich erneut stark präsentiert und den Kampf angenommen. „Wir haben gezeigt, dass wir ein sehr gutes Fast-Break-Team sein können, das müssen wir öfter tun.“ Zwar bleibe ein kleiner Frust – immerhin war der Sensationssieg zum Greifen nahe. „Man muss es so sehen: Das war das beste Team der Liga und wir haben mit gerade einmal fünf Punkten Rückstand verloren. Wir machen weiterhin Schritte nach vorne. Am Montag gehen wir wieder ins Training und werden weiter arbeiten.“

Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau unter https://airtango.live angesehen werden.

Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (11 Punkte/3 Rebounds/3 Assists)
Josef Eichler (0/2/0)
Till-Joscha Jönke (4/5/2)
Griffin Bauer (0/0/0)
Dorian Pinson (6/8/3)
Jeramie Woods (3/3/0)
Tom Zott (0/0/0)
Luquon Choice (18/4/1)
Alexander Angerer (13/3/2)
Jaleel Crawford (0/0/0)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (13/6/1)