HEBEISEN White Wings gewinnen in Chemnitz

„Sensationell!“ Dem Ausruf des Aufsichtsratsvorsitzenden der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau, Harald Nickel, ist wenig hinzuzufügen. Die Schützlinge von Headcoach Simone Cote landeten am dritten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA einen 89:73 (40:27)-Auswärtscoup bei den NINERS Chemnitz. Es war eine Galavorstellung der Hessen, die den hochgehandelten Aufstiegsaspiranten insbesondere im zweiten und im vierten Viertel zeitweise an die Wand spielten. Herausragender Akteur im White-Wings-Dress war diesmal Luquon Deonti Choice, der in 23 Einsatzminuten bärenstarke 28 Punkte erzielte.

Der Auftritt des 1,90 Meter großen Shooting Guards war auch ein Beleg dafür, wie ausgeglichen der Hanauer Kader in dieser Saison ist – und damit schwer ausrechenbar für den Gegner. Die Top-Akteure der Vorwoche, Chase Adams (3 Punkte) und Paul Albrecht (7), blieben in Sachsen diesmal eher im Hintergrund.  Dafür drehten in Chemnitz mit Choice und Josef Eichler zwei Hanauer auf, die in den ersten beiden Partien nicht im Vordergrund gestanden hatten. „Jetzt zeigt sich die Tiefe unseres Kaders, jeder Akteur ist in der Lage, ein Spiel zu entscheiden“, freute sich Sportdirektor Helmut Wolf. Der US-amerikanische Neuzugang Choice zeigte seine Klasse aus der Distanz: Sechs von acht Dreierversuchen fanden ihr Ziel. Und Josef Eichler steuerte nicht nur 18 Punkte bei, sondern holte sich auch noch neun Rebounds.

Der 2,01 Meter große Power Forward, der seine dritte Saison im Trikot der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielt, war der Mann der ersten Halbzeit. „Josef Eichler hat wahrscheinlich die beste Hälfte seines Lebens gespielt“, merkte Wolf an. Eichler machte 17 seiner 18 Punkte vor der Pause – und stellte die Weichen damit auf Sieg für die Gäste. Das erste Viertel verlief dabei recht ausgeglichen. Die Führung wechselte stetig, am Ende hatten die Gäste die Nase mit 19:16 leicht vorne. Im zweiten Viertel drehten die Hanauer dann aber richtig auf – allen voran Josef Eichler, der in diesem Abschnitt zehn Punkte markierte. Mit einem 7:0-Lauf auf 28:19 und einem 9:0-Lauf auf 37:26 warfen sich die Gäste bis zum Kabinengang, den sie mit einer 13-Punkte-Führung (40:27) antreten konnten, ein komfortables Polster heraus.

Die NINERS Chemnitz, die in der vergangenen Saison am Bundesliga-Aufstieg geschnuppert hatten, gaben sich allerdings nicht geschlagen: Im dritten Viertel geriet das Team von Simone Cote ins Wanken. Die White Wings blieben minutenlang ohne Punkt, sodass die Hausherren mit zwölf Zählern in Folge plötzlich bis auf 39:40 herangekommen waren. Nach fünf Spielminuten war die Gäste-Führung dann endgültig dahin: 45:45. In dieser entscheidenden Phase bewiesen die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau aber Nervenstärke: Christian von Fintel und Choice rüttelten die Ihren mit zwei erfolgreichen Dreierversuchen wieder wach, sodass die Hanauer mit einer 56:53-Führung in den letzten Abschnitt gehen konnten. Apropos Dreier: Mit einer Quote von 58 Prozent präsentierten sich die Cote-Schützlinge aus der Distanz diesmal besonders treffsicher – 14 von 24 Versuchen landeten im Korb. Noch effektiver waren sie nur von der Freiwurflinie: 26 von 19 Würfen saßen – eine starke Quote von 73 Prozent.

Im letzten Abschnitt hieß es dann: Showtime für Luquon Deonti Choice. Der Amerikaner sei absolut heiß gelaufen, bilanzierte Wolf. „Er hat fast alles getroffen – auch die schweren Würfe.“ Am Ende standen alleine in diesem Viertel 18 Punkte auf dem Konto des Amerikaners – nur zwei weniger als die gesamte Chemnitzer Mannschaft im Schlussabschnitt zustande brachte. Entscheidend war die Phase beim Stand von 60:58 für Hanau: Choice (2) und von Fintel (1) trafen zunächst aus der Distanz, danach war Choice auch noch zweimal von der Freiwurflinie erfolgreich – mit dem 11:0-Lauf in etwas mehr als zwei Minuten  hatte Hanau den Elan der Gastgeber gebrochen.

„Dieser Sieg war unerwartet, umso mehr können wir uns darüber freuen“, erklärte Wolf nach der Partie. Dennoch drückte der Sportdirektor nach dem zweiten Auswärtserfolg in Folge auch gleich auf die Euphoriebremse: „Wir haben zwei Punkte gegen den Abstieg geholt – mehr nicht.“ Schon der nächste Gegner Heidelberg habe es wieder in sich – die White Wings konnten in ihrer ProA-Historie bislang noch keinen Sieg gegen die MLP Academics landen. Den nächsten Versuch starten sie am kommenden Samstag ab 19 Uhr in der heimischen Main-Kinzig-Halle – zu sehen auch im Livestream auf www.proastream.de.

Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:
Chase Adams (3 Punkte/1 Rebounds/3 Assists)
Paul Albrecht (7/4/2)
Josef Eichler (18/9/0)
Till-Joscha Jönke (9/4/6)
Jonas Herold (0/0/0)
Luquon Deonti Choice (28/6/1)
Lavon Maurice Long (8/2/0)
Christian von Fintel (12/3/2)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Christopher Gerard Brady (4/2/0)