Last-Minute-Treffer kostet den Sieg

Den Endstand „ärgerlich“ zu nennen, wäre noch untertrieben. „Mental ist das eine schwer zu verarbeitende Niederlage, wir hatten definitiv Chancen, zu gewinnen“, sagt Hanaus Headcoach Simon Cote nach dem Spiel. Und er bringt es auf den Punkt. Während die White Wings sich im Spielverlauf mitunter einen 13-Punkte-Vorsprung erarbeiteten, brach ihnen dann ein 2-Punkte-Wurf von Davonte Lacy sieben Sekunden vor Schluss das Genick. Endstand: 79:80.

Dabei hatte beim Revanche-Spiel gegen die PS Karlsruhe LIONS alles sehr gut angefangen – und das, obwohl die White Wings mit gerade einmal sieben Stammspielern aufliefen. Till Jönke fehlte aufgrund einer Grippe-Erkrankung. Während die Gäste sich zunächst im ersten Viertel ein wenig absetzen konnten, läuteten die White Wings zur Hälfte des ersten Spielabschnitts die Aufholjagd ein. Gerade ab der achten Spielminute lief es vor allem für die Hausherren offensiv sehr gut: Luquon Choice traf wichtige Zwei-Punkte-Würfe und auch Alex Angerer und Jordon Talley trugen ihren Teil zur ersten Hochphase bei. So drehten sie den Zwischenstand von 7:13 zu einem 28:23.

Besonders gut lief es dann im zweiten Viertel. Besonders auffällig in diesem Spielabschnitt: Dorian Pinson, der sich am Ende mit 15 Punkten und 13 Rebounds sogar ein Double-Double erzielte. Immer wieder traf Pinson wichtige Würfe, holte offensiv wie defensiv den Ball vom Brett und war auch defensiv ein auffälliger Akteur. Auch funktionierte der Gameplan von Simon Cote diesmal deutlich besser, als noch vergangene Woche: „Ich finde, wir haben eine sehr gute Verteidigung gespielt und haben ihre Trefferquote auf 42 Prozent gedrückt. Aus der Dreier-Distanz, die den Lions sonst sehr liegt, haben sie sogar nur 31 Prozent getroffen.“ Gerade im zweiten Viertel waren die Hanauer extrem effizient und zogen so deutlich davon. Halbzeitstand: 48:38.

In der zweiten Hälfte des Spiels kamen dann die Lions stärker aus der Kabine zurück. Und während bis dahin viele Punkte auf das Konto vom späteren Topscorer Carl Ona Embo gingen, verteilten sich die Treffer nun auf deutlich mehr Schultern. Schmerzhaft dürften vor allem die ersten beiden Dreier innerhalb von 30 Sekunden gewesen sein: Dominique Johnson wurde in der zweiten Spielminute gut in Szene gesetzt und traf doppelt. Die White Wings rettete in diesem Viertel vor allem das gute Händchen von drei Akteuren: Talley, Choice und Pinson. Sie hielten die White Wings vorne. Mit 64:58 ging es ins letzte Viertel.

Mit zwei Dreiern durch Choice und Pinson setzten die Hausherren direkt ein Ausrufezeichen und zwangen die Lions zu einer Auszeit. Und was auch immer Coach Ivan Rudez seinem Team mitgab – es zeigte Wirkung. Tate, Ona Embo und vor allem der bis dahin sehr gut unter Kontrolle gebrachte Lacy drehten auf und erzielten wichtige Treffer, vor allem von der Freiwurf-Linie. So schmolz der zwischenzeitliche Sieben-Punkte-Vorsprung dahin. Als Lacy dann eine Minute vor Schluss einen Dreier verwandelte, stand es 79:78. Cote nahm eine Auszeit. Im folgenden Angriff konnten aber weder Angerer, noch Diouf ihren Versuch verwandeln – Ballbesitz Karlsruhe. Und die hatten dann das Glück auf ihrer Seite: Erneut Lacy, erneut ein Treffer, diesmal aus der Zwei-Punkte-Distanz. Es blieben sieben Sekunden zum Ausgleich – zu wenig für die White Wings. Karlsruhe gewann dank eines starken letzten Viertels mit 79:80.

Am Ende waren es die Details, die den Hausherren den Sieg kosteten. „Eines der größten Probleme waren die Turnover – da haben wir uns ganze 19 Stück geleistet, Karlsruhe gerade einmal sieben“, sagt Cote. Und auch die Freiwürfe fielen nicht so, wie sie sollten. Für die White Wings kommt die anstehende, kurze Pause bis zum nächsten Spiel gerade recht: „Wir brauchen jetzt die Winterpause, um Kraft zu tanken. Wir hoffen, dass Lu Choice und Till Jönke wieder komplett fit werden. Und dann wollen wir natürlich eine gute Rückrunde spielen.“

Highlights aus der Partie sowie die Pressekonferenz können im Livestream-Channel der HEBEISEN WHITE WINGS Hanau unterhttps://airtango.live angesehen werden.

Für die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau spielten:

Jordon Talley (14 Punkte/4 Rebounds/2 Assists)
Josef Eichler (0/0/0)
Griffin Bauer (0/0/0)
Dorian Pinson (15/13/2)
Jeramie Woods (3/2/0)
Tom Zott (0/0/0)
Luquon Choice (28/5/6)
Alexander Angerer (11/8/2)
Jaleel Crawford (0/0/0)
Benedikt Nicolay (0/0/0)
Kalidou Diouf (8/6/0)